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Bei Schilf als Baumaterial denkt man an
Norddeutsche Backsteinhäuser mit Rieddeckung. Nur in dieser Region hat sich die
klassische Dachdeckung gehalten. Im Süden Deutschlands findet man sie nur noch
vereinzelt in Freilichtmuseen. Schilf wird zwar noch in Baumärkten verkauft,
aber da nur noch als Blickschutzmatte für Balkon oder Terrasse. Die mit Draht
aneinander gebundenen einzelne Halme dienten vor noch nicht all zu langer Zeit
als Putzträger bzw. als Armierung gegen Risse in Putzen. Die Balken eines
Fachwerkhauses wurden überwiegend innen aber auch außen eingeputzt um den Bau
optisch aufzuwerten. Dazu wurden Schilfmatten aufgenagelt und eingeputzt. Im
Ökobau erlebte in den letzten Jahren Schilf eine neue Bedeutung als
Dämmmaterial. Hierzu werden Matten als handliche Platten, in verschiedenen
stärken hergestellt. Sie werden mit Tellerdübeln am Holzständer oder direkt auf
das Mauerwerk aufgebracht. Auf die Schilfplatten lässt sich nun z.B. problemlos
eine Wandheizung oder die Elektrik aufbringen. Um Risse im Putz zu vermeiden
wird nochmals die einlagige Matte übergespannt und z.B. mit Lehm eingeputzt.
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