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Bodenbeläge beeinflussen das Raumklima.
Jeder kennt das angenehme Gefühl, wenn man an heißen Sommertagen in
kühle Treppenhäuser mit Natursteinboden oder Fliesen geht. Bei Kälte hingegen
wünscht man sich häufig warme Bodenbeläge wie Teppich, Kork oder Holz. Aber
unsere Bodenbeläge können erheblich mehr. Sie können gegen Kälte isolieren,
oder den Auftritt dämpfen und somit z.B. Schall reduzieren. Viele Bodenbeläge
sind aber auch hervorragende Wärmespeicher. Mit der richtigen Auswahl lässt
sich bei gleichem Wohlbefinden die Heiztemperatur um bis zu 2 Grad senken. So
sparen Sie ganz leicht an die 12 % Ihrer Heizkosten im Jahr.
Nur welcher Bodenbelag ist für welchen Wohnbereich sinnvoll? Die nachfolgenden
Beschreibungen der verschiedenen Bodenbeläge können für Sie eine
Entscheidungshilfe sein.
Fliesen
wird meist als Überbegriff für weitere Verlegeplatten wie Kacheln, Klinker,
Terracotta, Steinzeug und farbige Zementfliesen verwendet. Dennoch
unterscheiden sie sich in Material und Herstellung deutlich.
Fliesen sind keramische Platten, die bei ca. 1.200 Grad mit einer
Schutzglasur gebrannt werden. Der Name leitet sich aus dem Althochdeutschen
"flins" bzw. aus dem Mittelniederdeutschen "vlise" (Steinplatte) ab.
Kacheln sind aus Ton bzw. aus Schamotte und Ton mit einer Schutzglasur
gebrannt. Oftmals wird die schützende Glasur erst vor dem Zweitbrand
aufgebracht. Kachel wird aus dem althochdeutschen Wort "chachala" abgeleitet
und kann mit "irdener Topf" also Tontopf oder Topf aus Erde übersetzt werden.
Die klassische Kachel ist leicht bis stark geschüsselt und wird wegen ihrer
guten Wärmespeicherung, im Kachelofenbau verwendet.
Klinker besteht aus Schamotte, Feldspat und farbigen Tonen, wodurch die
typische Farbgestaltung erzielt wird. Klinker wird bei ca. 1.500 Grad lange
gebrannt. Durch den verlängerten Brennvorgang entsteht eine Sinterung, also
eine Verschmelzung, die den Ziegel verdichtet, weshalb er nur eine geringe
Menge Wasser aufnehmen kann.
Terracotta (gebrannte Erde) ist unglasierter bei ca. 900 Grad gebrannter
Ton. Durch die niedrige Brenntemperatur ist Terracotta, deutlich poröser und
nicht so bruchfest wie Klinker. Durch die offenere, porösere Struktur kann
Cotta hervorragend Wasserspeichern.
Steinzeug wird bei einer Temperatur von 1.300 Grad aus Ton, Quarz und
Feldspat gebrannt. Die gegen chemische Angriffe resistente Glasur erreicht man
in dem vor dem Brennvorgang, Kochsalz aufgestreut wird. Durch das Verfahren
wird eine hohe Oberflächenhärte erreicht, die nur eine geringe Menge an Wasser
aufnehmen kann. Weil Steinzeug nur geringe Mengen von Feuchte aufnimmt, ist es
frostsicher und somit für den Außenbereich ebenfalls geeignet.
Zementfliesen gehören zu den historischen Baustoffen, die zur Wand und
Bodengestaltung verwendet wurden. Diese wurden ein- und mehrfarbig produziert.
Seit einigen Jahren gibt es wieder Zementfliesen, in uni oder mit historischen
Mustern. Zementfliesen werden einzeln in Handarbeit und ohne Brand hergestellt.
Hierzu wird mit Farbpigmenten, Weißzement eingefärbt und in Metallschablonen
gefüllt. Die so entstandenen farbigen Zementscherben werden mit gefärbtem
Flüssigzement zu einer Fliese verbunden. Um die Fliese zu festigen wird
rückseitig eine ungefärbte Zementschicht aufgebracht. Nach der Formpressung und
Trocknung werden die Fliesen einige Stunden gewässert und anschließend nochmals
ca. 4 Wochen getrocknet.
Alle hier beschriebenen Verlegeplatten eignen sich wegen ihrer guten
wärmespeichernden Eigenschaften, besonders für Fußbodenheizungen.
Abriebfestigkeit bei Fliesen:
I = sehr leichte Beanspruchung für die Wand
II = leichte Beanspruchung für Bodenbeläge in Bad, Duschen
III = mittlere Beanspruchung für Wohn-Schlafräume
IV = starke Beanspruchung für Küchen, Dielen, Wohn-Hobbyräume, Terrassen
V = sehr starke Beanspruchung für Gaststätten, Eingänge, Büros, Hotels, Schulen
etc.
Holz
Mit einem Holzfußboden ist es wie mit einem guten Wein, je älter desto
besser.
Im Gegensatz dazu, kommen Bodenbeläge in die Jahre so ist es meist besser sich
von diesen zu trennen. Teppiche haben Flecken und Fliesen sehen aus wie aus der
Steinzeit. Auch wenn die Kleidung der wilden Siebziger wieder modisch sind, die
Blumenmuster auf Teppichen, Fliesen und Tapeten will kein Mensch mehr sehen.
Holzdielen und Parkett sind immer In und leicht zu pflegen. Ein Hauch von Burg
oder Landgut. Verschieden breite Dielenbretter die blank und glänzend wie
Sonntagsschuhe, den Boden der Wohnstube schmücken. Weiß gekalkte Wände und in
der Ecke ein Bollerofen. Das ist Wohnkultur für die ganze Familie!
Dielenböden gibt es fast in allen Holzarten und damit in unterschiedlichen
Farben, bzw. Holzhärten. Vollholzdielen werden meist auf eine
Unterkonstruktion, genagelt oder verschraubt. Immer beliebter werden
Leimholzdielen, also Dielen mit einer Nutz- bzw. Sichtschicht und der querverleimten
Unterschicht. Sie eignen sich weil sie formstabil bleiben auch für schwimmende
Verlegung. Parkett hingegen wird auf dem Estrich großflächig verklebt. Hierbei
ist ein abwechslungsreiches Farbspiel der Hölzer genauso möglich wie auch
verschiedene Muster. Einige Parkette bzw. Leimdielen sind sogar für
Fußbodenheizungen geeignet.
Kork
wird im Mittelmeerraum, seit beinahe 2.000 Jahren durch den Menschen
angebaut. Das überwiegende Anbaugebiet liegt heute im Süden Portugals. Die
Rinde der Korkeiche kann nur alle 8 bis 12 Jahre geschält werden. Deshalb wird
seit einigen Jahre gerne und oft behauptet, Kork sei als Naturprodukt nicht
vertretbar. Für den Landschaftsschutz ist aber der Bestand von Korkeichen,
durchaus ähnlich zu sehen wie unsere Streuobstwiesen.
Aus der Rinde werden überwiegend Flaschenkorken geschnitten. Anfallende Reste
werden zerkleinert und teils mit dem eigenen Harz oder auch durch Zusatz von
Kleber, zu größeren Blöcken weiterverarbeitet. Diese werden nach Aushärtung
z.B. zu Fußbodenplatten geschnitten. Kork wurde schon früh als Flaschenkork
oder als Dämmung verwendet. Vor nicht einmal 60 Jahren wurden die Kühlhäuser
von Brauereien mit Korkplatten gedämmt. So konnte das im Winter gebrochene Eis,
den Sommer hindurch aufbewahrt und genutzt werden.
Korkfußböden isolieren Schall, Wärme und Kälte gleichermaßen gut. Es gibt
Korkplatten zum flächigen verkleben auf Estrich und seit ein paar Jahren,
Verlegeplatten mit Nut- und Federsystem zum schnellen und einfachen auslegen.
Diese Verlegeplatten bestehen überwiegend aus drei Schichten. Die obere ist die
Korknutzfläche, die mittlere ist meist eine Hartfaserplatte und die untere ist
die Trittschalldämmung, häufig aus Kork.
Seit beinahe 2.000 Jahren wird durch den Menschen die Korkeiche angebaut.
Laminat lat. Lamina = Schicht
ist klassisch ein zwei oder mehrlagiger Schichtwerkstoff. Durch die Laminierung
(Verbindung) will man die Eigenschaften der gleichen aber auch verschiedener
Werkstoffe verbessern. Sperrholz z.B. ist deutlich Formstabiler und weist
weniger Schwundrisse als gleichwertiges Stückholz auf. Multiplexplatten sind
bei gleicher Traglast deutlich dünner als ein Holzbrett. Papier wird zwischen
zwei Folien verschweißt, wodurch es nun weitgehend wasserresistent ist.
Dennoch hat sich der Begriff "Laminat" für Parkettersatz durchgesetzt.
Durch das detailgenaue bedrucken der Sichtfläche, ist kaum noch ein optischer
Unterschied zwischen Echtholz und Laminat zu sehen. Zudem ist Laminat deutlich
preisgünstiger als Parkett oder Diele. Laminat wird mit Trittschalldämmung,
schwimmend verlegt. Die Oberfläche ist je nach Beanspruchung zu wählen, denn
auch hier wird diese, wie Fliesen in Abriebsklassen unterteilt. Die
Abriebklassen und Beanspruchungsklassen bei Laminat werden in der (Euro Norm)
EN 685 geregelt. Für Singles die Zuhause keine Partys feiern, ist die
einfachste Ausführung AC1 bzw. NK21 ausreichend. Bei stärkerer Beanspruchung
empfiehlt es sich die Ausführung AC3 bzw. NK23 oder 31 zu wählen.
(NK21-23 für die private Nutzung bzw. NK31-33 für die gewerbliche Nutzung)
Laminat gilt als Pflegeleicht.
Linoleum (auch Korkteppich oder
Mehlteppich genannt)
wird aus Leinöl Harzen und Jute
hergestellt. So entsteht aus
verschiedenen dünnen Schichten ein strapazierfähiger
Fußbodenbelag. Das grobmaschige
Jutegewebe und die Linoleumdeckmasse werden unter hohem Druck und Hitze
verpresst. Um die Unterseite, also das Jutegewebe gegen Feuchtigkeit zu
schützen wird sie mit einer Farbe auf Leinölbasis versiegelt. Die Deckmasse
kann Kork- oder Holzmehl sein, die mit Farbe und Linoleumzement gemischt,
aufgerollt wird. Durch das heiße Aufwalzen entsteht eine glänzende,
widerstandsfähigere Oberfläche. Das relativ elastische Linoleum nutzt sich nur
wenig ab. Linoleum ist wegen der einfachen Reinigung und Wärmedämmung beliebt.
In öffentlichen Gebäuden, wie z.B. Krankenhäusern wird Linoleum gerne wegen
seiner antistatischen Eigenschaft und seiner antibakterielle Wirkung verwendet.
Als Flammschutzmittel wird Magnesium, Kieselsäure und Natrium verwendet.
Theoretisch sind auch andere Öle wie Hanf-, Sonnenblumen- oder Sojaöl
verwendbar. Diese sind aber meist teurer als Leinöl.
Linoleum gibt es als Bahnenware und als praktisch zu verlegende Quadrate. Es
wird empfohlen Linoleum vom Fachmann verlegen zu lassen. Gerade wenn Stoßkanten
der einzelnen Bahnen mit Schmelzdraht aus einem Schweißautomaten zu verlegen
sind.
Heute wird Linoleum meist mit einer dünnen Acrylschicht versiegelt um die
Oberfläche besser Pflegen zu können. Unbeschichtetes Linoleum muß nach der Reinigung
wieder mit Wachsemulsion versiegelt werden. Bei Fußbodenheizung ist die
Empfehlung des Herstellers zu beachten.
Naturstein
wurde wahrscheinlich erst durch die Römer im gallisch- germanischen
Europa als Baumaterial für Häuser verwendet. Der Naturstein wurde kunstvoll zu
eckigen Mauersteinen und runden Säulen geschlagen, aber auch in 3 bis 5cm dicke
Platten gebrochen um sie als Boden verarbeiten. Je nach Region oder Geldbeutel
des Bauherren wurden Steine aus heimische Abbau verwendet. Gebräuchlich Sandstein.
Basalt Muschelkalk und Schiefer.
Da Marmor und Granit aus dem Süden teuer importiert werden mussten, wurden
diese Steine exklusiv verwendet.
Nachdem heute die Wiederentdeckung der Römererfindung, die Fußbodenheizung
gängiger Standart ist, wird Naturstein nicht nur in Treppenhäusern sondern auch
in Wohnräumen eingebaut. Die Eigenschaften des Natursteins sind,
wärmespeichernd, kühlend, pflegeleicht und er ist antistatisch.
PVC (elastischer Bodenbelag)
Die Pflegeeigenschaften und die Feuchteresistenz machen PVC zu einem der
meistverkauftesten Bodenbeläge. Dennoch werfen die sogenannten Weichmacher
(Phthalate) in PVC, immer wieder negative Schatten. Vielleicht auch deshalb
wird in Industrie- und Gewerbe-PVC immer öfter auf Weichmacher verzichtet. Dort
geht der Trend eindeutig zu sogenannten Hart-PVC-Belägen. Viele Hersteller und
Firmeninhaber gehen vermutlich aus Arbeitsschutzgründen kein Risiko ein. Ganz
anders als bei PVC-Belägen für den Privathaushalt. Hier wünscht der Kunde am
liebsten einen supersoft Boden. Die CV-Ware erfüllt genau diesen Kundenwunsch.
Steinholz Hartsteinholz, Steinholzestrich, Xylolith
wurde klassisch aus Magnesit und Zuschlägen wie Kork- oder Holzmehl
hergestellt. Einschichtig aufgetragen, diente Steinholz als Verbundestrich und
Untergrund für Linoleum oder anderen Belägen. Als Zweischichtbelag wurde die
Nutzschicht häufig eingefärbt. Bei entsprechender Pflege ist Steinholz trotz
bedingter Wasserresistenz, ein strapazierfähiger und langlebiger Bodenbelag.
Steinholz ist gut isolierend und wärmespeichernd und daher gut für Fußbodenheizungen
geeignet.
Weitere Anwendungsfelder waren z.B. Schnellbau- und Tischplatten.
Auch heute noch wird Steinholz als strapazierfähiger Industrieboden
eingesetzt.
Je nach Aushärtezeit muß die Rezeptur angepasst werden.
Standartrezeptur 36 Stunden:
15 Teile Magnesit
10 Teile Chlormagnesium 20%ig
10 Teile feuchtes Holzmehl
Steinteppich (Kunstharz u. Kiesel)
Ein Steinteppich bestehen zu über 90% aus gerundeten Quarz- bzw. Marmorkiesel,
die mit weniger als 10% lösemittelfreiem Epoxydharz gebunden sind. So ergibt
sich ein mechanisch hochbelastbarer und strapazierfähiger Bodenbelag. Durch die
offenporige Struktur des Steinteppichs ist er erstaunlich pflegeleicht, zudem
ist er antistatisch und bindet so Hausstaub. Schmutzpartikel können dadurch
rückstandslos aufgewischt bzw. weggesaugt werden. Steinteppiche sind für den
Innen- und Außenbereich gleichermaßen verwendbar. Ein Steinteppich ist
frostsicher und UV-beständig. Das Epoxydharz umschließt die abgerundeten
Kieselchen, wodurch eine flächige und durchgehende Verbindung hergestellt wird.
Er eröffnet neue Dimensionen in der Raum- und Farbgestaltung, den der Belag ist
fugenlos verlegbar und bedarf keiner weiteren Nachbehandlung. Aus hygienischen
Gründen empfiehlt sich eine Versiegelung in Feuchträumen wie Küche, Bad und WC.
Stragula (auch Bedola, Balatum oder
Triolin genannt)
war ein kostengünstigen (historischer)
Fußbodenbelag. Es handelte sich hierbei um mit Teer imprägnierte Pappe, die mit
verschiedenfarbiger Ölfarbe bedruckt wurde. Mit ansprechenden kreativen Mustern
wurde der preisgünstige Bodenbelag aufgewertet. Stragula roch direkt nach dem
Verlegen und Schneiden, meist etwas nach Teer. Neben der Bahnenware wurden auch
Läufer und Teppiche produziert und verkauft. Diese wurden mit umlaufender oder
parallel zum Rand verlaufender Borte bedruckt. Im Gegensatz zur Bahnenware
wurden sie zum Teil auch von Hand bedruckt. In Balatum wurden voraussichtlich
zur Armierung, Wollreste eingearbeitet. Neben zeittypischen Linien- und
Punktmustern wurden immer öfter Holzfußbodenimitationen aufgedruckt. Zur Pflege
der Böden wurde wie bei Linoleum, Wachs empfohlen. Mit Balanil, Balaflex und
Triolin wurde ab ca. 1960 der Stragula, nach und nach durch PVC bzw.
PVC-haltige Beläge mit ähnlichen Mustern ersetzt.
Teppich
ist uns seit den Mittelalter als dekorative Wand- und Bodenisolation bekannt.
Mit dicken und großen Teppichen versuchten die herrschaftlichen Bewohner von
Burgen, im Winter eine halbwegs erträgliche Temperatur in ihren Räumen zu
schaffen. Zwar waren die meist aus Naturstein gemauerten Wände ca. 60cm und
dicker, doch weitgehend ohne dämmende Eigenschaften. Gerade Teppiche aus
Naturmaterialien wie Wolle eigneten sich damals wie heute besonders für diese
Aufgabe. Die isolierenden und gleichzeitig wärmespeichernden, Eigenschaften von
Naturteppichen wie z.B. Kokos, Sisal, Schafs- und Ziegenhaare können den
durchschnittlichen Heizungsverbrauch in Wohnräumen um bis zu 20% senken.
Besonders empfehlenswert sind dabei Teppiche mit dicken Wollvliesrücken und
hohem Aufbau wie beispielsweise Kokos. Ein weiteres Plus, Naturteppiche sind
meist ohne großen Aufwand kompostierbar.
Teppiche aus Synthetik haben zwar eine ebenso gute isolierende jedoch nicht die
wärmespeichernde Eigenschaft, wodurch Heizkosten meist nur um bis zu 12%
gesenkt werden.
Wer sich für Teppich entscheidet, sollte bei Naturmaterialien auf die
gegebenenfalls verwendeten Insektenschutzmittel achten und beim Synthetikboden
auf Weichmacher und Brandschutzmittel. Weiter sollte nach statischer Aufladung
und Fußbodenheizungseignung gefragt werden.
Gleiche Eigenschaften gelten selbstverständlich auch für Auslegeware
(Teppichboden).
Terrazzo
ist ein Steinchenmosaik das überwiegend als fugenloser Bodenbelag Verwendung
findet. Reiche Griechen und Römer ließen sich vielfach aufwendige Wand- und
Bodenmosaike legen. Hierzu wurde überwiegend in Zementmörtel, Kiesel, Glas,
Keramik und vielerlei andere Materialien gedrückt. Um die überschüssigen
Mörtelrückstände zu entfernen und die verschiedenen Materialien zu polieren,
wurden diese oft mit Schleifmittel und Wachs nachbearbeitet. Aus den
Natursteinmosaiken entwickelte sich das klassische Terrazzo, wie wir es noch
heute kennen. Verschiedenfarbige Natursteinchen werden mit z.T. eingefärbtem
Mörtel vermischt und flächig oder in geometrischen Mustern auf den Betonestrich
gespachtelt. Um die Haltbarkeit zu erhöhen, wird der angetrocknete Mörtel mehrfach
mit einer schweren Eisenwalze verdichtet. Nach dem trocknen wird der
überschüssige Mörtel abgeschliffen und falls nötig, Risse gespachtelt und
erneut verschliffen. Da für die Verarbeitung ein hoher Kraft- und Zeitaufwand
notwendig ist, wird dies der Hauptgrund sein weshalb nach 1945 Terrazzo in
Deutschland zunehmend in Vergessenheit geraten ist. Terrazzo wird mit in Öl
oder Terpentin gelöstem Wach gepflegt und nach der Trocknung mit einem Bohner,
seidenmatt poliert.
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