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Institut für Energie
und Umwelttechnik

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Anstriche dienen der Optik und sind Schutz der verschiedenen Bauteile.

Farben, Beizen, Lacke & Lasuren
unterscheidet man zum einen danach, ob sie wasserlöslich bzw. wasserverdünnbar oder lösemittelhaltig sind. Zum anderen nach ihren Bindemitteln und ihrer Funktion, z.B. Grundierung, Imprägnierung und Anstrichmittel.

Überwiegende Bestandteile:

1. einem Bindemittel
Anorganische Bindemittel wie Kalk, Zement und Wasserglas, erhärten durch das Kohlendioxid der Luft oder aber durch eine Verbindung mit Wasser.

Organische Bindemittel unterscheidet man in natürliche und synthetische Binder. Dies können tierische und pflanzliche Leime, Öle und Harze oder z.B. das Milchprodukt Kasein sein.

2. den Verdünnungs- bzw. Lösemittel
Durch den Gesetzgeber vorgeschrieben, wird heute überwiegend Wasser als Lösemittel eingesetzt. Natürliche Lösemittel wie z.B. Zitrusterpene und Harze sollen genau wie synthetische Lösemittel, die meist erdölhaltig sind, ersetzt werden.

3. den Farbpigmenten und Füllstoffen
Hier wird ebenfalls in natürliche und synthetische bzw. in organische und anorganische Pigmente und Füllstoffe entschieden.
Dies können Kreide, Bunterden wie Ocker und Umbra aber auch Titanweiß, Ultramarin, Indigo oder Alkaliblaue Pigmente sein.
 
4. Zusatz- und Hilfsstoffen (Additive)
Dies sind z.B. Antistatika, Antioxydantien, Haftvermittler, Mattierungen, Glanzstoffe, Gleit- und Trennmitteln.

Außenanstriche zeichnen sich durch Wetterbeständigkeit und UV-Resistenz aus. Dies wird z.B. durch einen 20-30% Bindemittelanteil (Feuchtebeständigkeit) und lichtreflektierenden Pigmenten wie beispielsweise Titanoxid erreicht.

Innenanstriche haben meist einen deutlich geringeren Binderanteil. Dieser liegt oft nur bei 8-20%, je nach Binder und Anstrich. Die UV-Beständigkeit ist ebenfalls geringer wie bei Außenanstrichen.

Wandfarben für Tapeten, Putze und Steine sind z.B.:

Binderfarben
Die Bestandteile sind meist Kalk, Kreide und Wasser. Als Bindemittel kann Kasein (Milchkleber), Zellulosekleber (Tapetenkleister), Kartoffelstärke oder Knochen- bzw. Hautleim Verwendung finden. Möglich ist auch Pflanzenöl oder Ei als Temperafarbe. Binderfarben werden häufig in der Denkmalpflege eingesetzt.

Dispersionsfarben
sind überwiegend Emulgate von Ölen bzw. Harzen und Wasser. Dies können Naturharze und Bindemittel sein aber auch Kunstharze bzw. Acrylate sein. Vom Verbraucher wird dieser Wandanstrich bevorzugt verarbeitet. Dispersionsfarben zeichnen sich durch eine leichte Verarbeitung aus. Verdünnt wird einfach mit Wasser ohne Nitro- bzw. Terpentinverdünnung. Dispersionsfarben sind überwiegend geruchsneutral. Die hohe Weißkraft wird durch Titanoxyd erreicht. Die Deckkraft ist im Gegensatz zur Kaseinwandfarbe (Binderfarbe) schon während der Verarbeitung, also im Nassen zu erkennen. Die Deckkraft der Kaseinwandfarbe ist erst nach der Trocknung zu sehen.

Kalkmilch
Kalk und Wasser (meist ohne Bindemittel) sind nicht Wasserbeständig und färben ab. Da Kalk desinfiziert, wurde dieser Anstrich überwiegen in Stallungen eingesetzt.

Latexfarbe
gehört zu den Binderfarben. Echte Latexfarben wurden mit dem Milchsaft des Kautschukbaums hergestellt. Moderne Latexfarben sind meist frei von Gummimilch. Sie sind meist Dispersionswandfarben mit höheren Kunstharzanteil. Durch den Namen soll lediglich suggeriert werden, daß diese Farben ähnliche Eigenschaften wie die echte Latexfarbe aufweist. Sie findet überwiegend in hoch beanspruchten Räumlichkeiten wie Treppenhäusern Anwendung.

Silikatfarbe
ist eine mineralische Farbe. Sie wird oft auch Wasserglas- oder Kaliwasserglasfarbe genannt. Dieser Wandanstrich ist sehr langlebig und witterungsbeständig. Am besten bindet die Farbe auf siliziumhaltigen Untergründen wie Beton, Naturstein und mineralischen Putzen ab. Sie zeichnet sich durch hohe Wasserdampfdurchlässigkeit, also hohe Diffusionsoffenheit aus. Silikatanstriche minimieren Schimmelbefall und steigern den Brandschutz. Silikatfarbe verfestigt (verkieselt) den Untergrund. Sie wird häufig im Denkmalschutz eingesetzt.

Holzbeize
Das Beizen von Holzoberflächen kann verschieden Zielsetzungen haben. Die häufigste ist die gezielte Farbveränderung ohne die Maserung, wie bei einem Lack zu überdecken. Mit Beizen können aber auch verschiedene Holzarten, farblich angepasst werden. Durch Beizen ist ein Betonen und Verstärken des natürlichen Farbspiels möglich. Die dabei erzielten Effekte der Holzmaserung, können das Holz lebendiger wirken lassen. Da nicht alle pulvrigen Pigmente wasserlöslich sind, werden sie zum Teil in Spiritus gelöst. Pigmente die nicht vollständig gelöst sind, können unschöne Farbstreifen auf den zu beizenden Hölzern hinterlassen. Je nach Holzart und Maserung, ist die Eindringtiefe von Beizen unterschiedlich. Überschüssige und nicht eingezogene Beize muß mit einen trockenen Lappen oder Pinsel vom Holz abgenommen werden um eine gleichmäßige Tönung zu erhalten. Um das gebeizte Holz langfristig zu schützen, sollte es je nach Beanspruchung mit einer farblosen Lasur oder einem Lack geschützt werden. Es empfiehlt sich immer ein Probeholz mit Beize und Lasur bzw. Lack anzufertigen, da einige Schutzversiegelungen die Beize verändern könnten.

Lacke
sind Schutzanstriche für z.B. Holz und Metall, die vor Verwitterung und anderen äußerlichen Einflüssen schützen sollen. Sie sind teils farblos oder pigmentiert und können, je nach Anforderung besondere Eigenschaften wie UV- bzw. Säureschutz aufweisen. Öl- und Harzfarben die mit Lösemittel wie Terpentin, Waschbenzin oder Nitro verdünnt werden, gehören fast vollständig der Vergangenheit an. Diese finden meist nur noch im Industriebereich ihre Anwendung. Durch die Vorgaben des Gesetzgebers werden nun überwiegend wasserverdünnbare Acryllacke angeboten und verwendet. Dies stellte viele Naturfarbenhersteller vor eine schwierige Aufgabe, weil Citrusterpene trotz ihrer meist schnellen Ablüftung, ebenfalls nicht mehr in Lacken verwendet werden dürfen. Zudem ist Acryl als Kunstharz, kein nachwachsender bzw. natürlicher Rohstoff.

Lasuren
Lasur ist ein Sammelbegriff für Anstriche, bei denen die farbgebenden Pigmente so gering sind, daß beim Bestreichen von Oberflächen meist nur eine Tönung, wie bei einer Beize erzielt wird. Maserungen von z.B. Hölzern sind so weiterhin gut sichtbar, ohne die optische Wirkung der Oberflächenstruktur des Holzes zu beeinflussen. Holzer werden durch Lasuren vor Witterungseinflüssen, wie Regen oder UV-Licht geschützt. Meist können sie aber auch vor Pilz- und Insektenbefall schützen. Durch den geringen Anteil von Bindmitteln bleiben Hölzer offenporig. Lasuren werden in dickschichtig- und dünnschichtig unterschieden.
Die Dickschichtlasur ist ein offenporiger und transparenter Anstrich mit über 30 Prozent Bindemittelanteil mit lackähnlichen Eigenschaften. Sie bildet einen sicht- und fühlbaren Schutzfilm auf Oberflächen, der meist glatt und glänzend ist. Die Aufnahme von Feuchtigkeit wird so über einen längeren Zeitraum reduziert wodurch das Quellen und Schwinden von Holzes stark eingeschränkt ist. Die Dickschichtlasur ist daher besonders für maßhaltige Bauteile wie Fenster und Türen des Außenbereichs geeignet.

Die Dünnschichtlasur ist ebenfalls ein offenporiger und transparenter Anstrich aber mit deutlich geringeren Bindemittelanteil. Sie lässt sich daher leichter auf die verschiedenen Oberflächen auftragen. Durch ihre Eindringtiefe neigt eine Dünnschichtlasur nicht zum Abblättern bzw. Abplatzen. Wegen des geringern Bindemittelanteils sind dünnschichtige Lasuren für den Innenbereich besser geeignet.
Lasierende Anstriche gibt es auf beinahe allen Untergründen, überwiegend aber auf Holz und Beton.