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Putze können wie Farbe, das Mauerwerk schützen und
verschönern oder dämmende Eigenschaften haben. Man unterscheidet die Putze
grob, in Innen- und Außenputze. Dies können z.B. Glatt-, Dekor- oder Rauputze
sein, die ein- oder auch mehrschichtig aufgetragen werden. Die verschieden
Putzarten übernehmen hierbei je nach Basismaterial, verschiedene
bauphysikalische Aufgaben. Im Innenbereich werden zunehmend Roll- und
Streichputze für den Heimwerker attraktiv. Sie ersetzen derzeit, wegen ihrer
einfachen Handhabung, die Tapete fast völlig. Sie sind wie Wandfarbe, abtönbar
und ebenso leicht mit Pinsel oder Roller zu verarbeiten. Hierbei sind auch für
den Heimwerker, verschiedene Auftragtechniken möglich und ebenso leicht
umzusetzen.
Dämmputze gibt es für den Innen- und für den Außenbereich. Meist
enthalten die Putze Styrolkügelchen oder Silikate. Silikate sind
feuchteregulierend und wärmespeichernd zugleich, weshalb Silikatdämmputze
häufig in der Denkmalpflege und in der Baubiologie Verwendung finden. Im
Außenbereich werden überwiegend Zementmörtelputze und im Innenbereich Kalk-
oder Gipsputze verwendet. Alternativ ist die Verwendung von Lehmputz im
Innenbereich möglich. Die Zuschlagstoffe sind hierbei Flachs- oder
Strohhäcksel, auch Schäben genannt. Haare werden hierbei meist nicht zur
Dämmung, sondern zur Armierung genutzt.
Edelputze sind weiße oder farbige Oberputze. Da es sich um mineralisch
Putze handelt, sind diese bei der Verarbeitung im Außenbereich, Temperatur und
Luftfeuchte abhängig. Ansätze sind daher bei Sonnenlicht leicht zu erkennen,
weshalb immer ein Egalisationsanstrich erfolgen sollte.
Egalisationsanstriche sind Putzfarbene ausgleichende Farbanstriche.
Gips wurden voraussichtlich schon 7.000 v. Chr. In Mesopotamien also dem
arabisch/persischen Raum, als Innenputz verwendet. Das Mineral wird als
Sediment in verschiedenen Gesteins- und Erdschichten gefunden und abgebaut.
Besonders weiße und reine versteinerte Gipse wurden in der Antike als Alabaster
bezeichnet. Aus ihnen wurden meist kunstvolle Statuen gefertigt. Immer wieder
wird Gips auch als einzigartiges Rosenkristall gefunden. Bergmännisch
gebrochener Gips wird gebrannt und anschließend zu feiem Pulver zermahlen.
Gips ist industriell oft auch ein Nebenprodukt. So entsteht Gips bei der
Rauchgasentschwefelung von Kraftwerken.
Leichtgipsputze haben meist einen Zuschlag von Silikat und sind somit als
Innendämmputze geeignet.
Im Trockenbau kommt Gips als Gipsfaserplatte oder als Gipskartonplatte zum
Einsatz.
Glattputze sind überwiegend Gips oder Kalkputze, die mit Tapete
beklebt oder mit Stoffen bezogen werden. Je nach Materialstärke von Tapete oder
Stoff, wird der Putz von Hand nachgeschliffen. Selbst kleine Sandkörner könnten
sich sonst durchdrücken. Glattputz empfiehlt sich ebenfalls bei Lasurspachteltechnik.
Stuccolustro, Tadelakt und Stuckmarmor gehören ebenfalls zu den Glattputzen.
Hierbei werden die Putzoberflächen mit Seifenlauge geschlossen und anschließend
mit Glättscheiben bzw. Schleifsteinen poliert.
Bei Stuckmarmor empfiehlt es sich, ihn mit Pigmenten und Tapetenkleister, wie
einen Brotteig zu kneten. Durch das Walken und Kneten entsteht der
karakteristische Eindruck von Marmor. Tapetenkleister verzögert das vorzeitige
Abbinden des Gipses. Nach dem Kneten wird der Gipspigmentteig, einige
Zentimeter dick ausgerollt und auf die Wand oder Säule aufgezogen. Durch das
Polieren und Aufbringen von Rissstrukturen in vielfältigen Grautönen, entsteht
der Marmoreindruck.
Kalkputz und Kalkmörtel wird aus Kalkstein und Sand
hergestellt. Je nach Verwendungszweck können auch unterschiedliche Zuschläge
beigemischt sein.
Der gebrochene Kalkstein wird durch starkes Erhitzen zu Brandkalkpulver. Durch
vorsichtige Vermischung mit Wasser wird der ungelöschte Brandkalk gelöscht. Die so
entstehende chemische Wärmeentwicklung ist so stark, daß Teile des Wassers
einfach verdampfen (exothermische Reaktion).
Kalkmörtel und Putz ist feuchtigkeitsregulierend und wirkt, zumindest bei der
Verarbeitung desinfizierend. Kalkputz oder auch Kalkglätte lässt sich gut auf
Lehm, an Fachwerkhäusern verarbeiten. Zudem wird Kalk nicht wie Lehm, im
Außenbereich vom Regen ab- bzw. ausgewaschen.
Ein ökologisches Plus, beim Abbinden (Trocknen) nimmt Kalk ca. die gleiche
Menge CO2 auf, die beim Brennen entstanden sind.
Kratzputze oder italienisch Sgraffito, sind mit verschiedenen lichtechten Pigmenten
eingefärbte Kalkputze, die schichtweise (übereinander) aufgetragen werden. Der
noch feuchte Putz wird auf den gewünschten (farbigen) Unterputz abgekratzt,
wodurch diverse Muster oder Bilder entstehen. Die Kratzputztechnik ist zwar
aufwendig aber auch deutlich witterungsbeständiger als Malerei.
Lehmputz ist ein Naturprodukt, das nicht aufwendig abgebaut, gebrannt oder
gelöscht werden muß. Häufig liegt er sogar völlig kostenlos vor der eigenen
Haustür. Lehm besteht aus feinen Sanden (Schluff) und Ton. Je nach Region und
Zusammensetzung variiert seine Farbe von gelb bis rot. Mit Sand und Wasser
vermischt, wird Lehm zum vielseitigen Putz. Beimengungen mit Stroh oder Flachs,
steigern die dämmende Eigenschaft und dienen gleichzeitig als risshemmende
Armierung. In glatten Lehmoberputze werden meist Haare als Armierung verwendet.
Um die Klebeeigenschaft von Lehm vollständig zu erreichen, muß Lehm gut und
lange geknetet und gewalkt werden. Für den Außenbereich ist Lehmputz nur
bedingt geeignet, da Lehm vom Regen aus- bzw. abgewaschen wird. Bei unserem
Klima sollte ein weiter Dachüberstand oder Kalkputz, den Lehm schützen.
Lehm ist Feuchtigkeitsregulierend, wodurch ein angenehmes Raumklima
gewährleistet ist. Zudem reguliert Lehm durch Wärmespeicherung, Temperaturen im
Innenbereich. Ein weiteres Plus, als Naturprodukt muß Lehm nicht teuer entsorgt
werden.
Mineralputze sind Putze, mit anorganischen Bindemitteln oder/und
Zuschlagstoffen
(z.B. Kalk, Zement, Gips, Lehm und Sand).
Organische Putze werden aus Kunstharzen hergestellt.
Rau- und Reibeputze gehören zu den Edel- bzw. Oberputzen für den Innen- und
Außenbereich. Sie haben meist eine gröbere Körnung, wodurch beim Abreiben mit
Filz oder Reibebrett, unterschiedliche Oberflächeneffekte und Strukturen entstehen.
Zementputze sind überwiegend graufarbig. Eine Ausnahme ist der Weiß- bzw.
Dyckerhoffzement. Rohstoffe wie Kalk, Ton und Sand werden bei ca. 1500 Grad
gebrannt und fein zermahlen. Mit Zuschlagstoffen wie Calcium, Sand oder
Feinsplitt wird aus dem grauen Zementpulver, Putz und Mauermörtel.
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