Wendepunkt
Institut für Energie
und Umwelttechnik

yellow05_next.gif   yellow05_next.gif   yellow05_next.gif   yellow05_next.gif    yellow05_next.gif   yellow05_next.gif   yellow05_next.gif





yellow05_next.gif

yellow05_next.gif
yellow05_next.gif
yellow05_next.gif
yellow05_next.gif
yellow05_next.gif
yellow05_next.gif



















 
Putze können wie Farbe, das Mauerwerk schützen und verschönern oder dämmende Eigenschaften haben. Man unterscheidet die Putze grob, in Innen- und Außenputze. Dies können z.B. Glatt-, Dekor- oder Rauputze sein, die ein- oder auch mehrschichtig aufgetragen werden. Die verschieden Putzarten übernehmen hierbei je nach Basismaterial, verschiedene bauphysikalische Aufgaben. Im Innenbereich werden zunehmend Roll- und Streichputze für den Heimwerker attraktiv. Sie ersetzen derzeit, wegen ihrer einfachen Handhabung, die Tapete fast völlig. Sie sind wie Wandfarbe, abtönbar und ebenso leicht mit Pinsel oder Roller zu verarbeiten. Hierbei sind auch für den Heimwerker, verschiedene Auftragtechniken möglich und ebenso leicht umzusetzen.

Dämmputze gibt es für den Innen- und für den Außenbereich. Meist enthalten die Putze Styrolkügelchen oder Silikate. Silikate sind feuchteregulierend und wärmespeichernd zugleich, weshalb Silikatdämmputze häufig in der Denkmalpflege und in der Baubiologie Verwendung finden. Im Außenbereich werden überwiegend Zementmörtelputze und im Innenbereich Kalk- oder Gipsputze verwendet. Alternativ ist die Verwendung von Lehmputz im Innenbereich möglich. Die Zuschlagstoffe sind hierbei Flachs- oder Strohhäcksel, auch Schäben genannt. Haare werden hierbei meist nicht zur Dämmung, sondern zur Armierung genutzt.

Edelputze sind weiße oder farbige Oberputze. Da es sich um mineralisch Putze handelt, sind diese bei der Verarbeitung im Außenbereich, Temperatur und Luftfeuchte abhängig. Ansätze sind daher bei Sonnenlicht leicht zu erkennen, weshalb immer ein Egalisationsanstrich erfolgen sollte. Egalisationsanstriche sind Putzfarbene ausgleichende Farbanstriche.

Gips wurden voraussichtlich schon 7.000 v. Chr. In Mesopotamien also dem arabisch/persischen Raum, als Innenputz verwendet. Das Mineral wird als Sediment in verschiedenen Gesteins- und Erdschichten gefunden und abgebaut. Besonders weiße und reine versteinerte Gipse wurden in der Antike als Alabaster bezeichnet. Aus ihnen wurden meist kunstvolle Statuen gefertigt. Immer wieder wird Gips auch als einzigartiges Rosenkristall gefunden. Bergmännisch gebrochener Gips wird gebrannt und anschließend zu feiem Pulver zermahlen.
Gips ist industriell oft auch ein Nebenprodukt. So entsteht Gips bei der Rauchgasentschwefelung von Kraftwerken.
Leichtgipsputze haben meist einen Zuschlag von Silikat und sind somit als Innendämmputze geeignet.
Im Trockenbau kommt Gips als Gipsfaserplatte oder als Gipskartonplatte zum Einsatz.

Glattputze sind überwiegend Gips oder Kalkputze, die mit Tapete beklebt oder mit Stoffen bezogen werden. Je nach Materialstärke von Tapete oder Stoff, wird der Putz von Hand nachgeschliffen. Selbst kleine Sandkörner könnten sich sonst durchdrücken. Glattputz empfiehlt sich ebenfalls bei Lasurspachteltechnik. Stuccolustro, Tadelakt und Stuckmarmor gehören ebenfalls zu den Glattputzen. Hierbei werden die Putzoberflächen mit Seifenlauge geschlossen und anschließend mit Glättscheiben bzw. Schleifsteinen poliert.
Bei Stuckmarmor empfiehlt es sich, ihn mit Pigmenten und Tapetenkleister, wie einen Brotteig zu kneten. Durch das Walken und Kneten entsteht der karakteristische Eindruck von Marmor. Tapetenkleister verzögert das vorzeitige Abbinden des Gipses. Nach dem Kneten wird der Gipspigmentteig, einige Zentimeter dick ausgerollt und auf die Wand oder Säule aufgezogen. Durch das Polieren und Aufbringen von Rissstrukturen in vielfältigen Grautönen, entsteht der Marmoreindruck. 

Kalkputz und Kalkmörtel wird aus Kalkstein und Sand hergestellt. Je nach Verwendungszweck können auch unterschiedliche Zuschläge beigemischt sein.
Der gebrochene Kalkstein wird durch starkes Erhitzen zu Brandkalkpulver. Durch vorsichtige Vermischung mit Wasser wird der ungelöschte Brandkalk gelöscht.
Die so entstehende chemische Wärmeentwicklung ist so stark, daß Teile des Wassers einfach verdampfen (exothermische Reaktion).
Kalkmörtel und Putz ist feuchtigkeitsregulierend und wirkt, zumindest bei der Verarbeitung desinfizierend. Kalkputz oder auch Kalkglätte lässt sich gut auf Lehm, an Fachwerkhäusern verarbeiten. Zudem wird Kalk nicht wie Lehm, im Außenbereich vom Regen ab- bzw. ausgewaschen.
Ein ökologisches Plus, beim Abbinden (Trocknen) nimmt Kalk ca. die gleiche Menge CO2 auf, die beim Brennen entstanden sind.  

Kratzputze
oder italienisch Sgraffito, sind mit verschiedenen lichtechten Pigmenten eingefärbte Kalkputze, die schichtweise (übereinander) aufgetragen werden. Der noch feuchte Putz wird auf den gewünschten (farbigen) Unterputz abgekratzt, wodurch diverse Muster oder Bilder entstehen. Die Kratzputztechnik ist zwar aufwendig aber auch deutlich witterungsbeständiger als Malerei.

Lehmputz
ist ein Naturprodukt, das nicht aufwendig abgebaut, gebrannt oder gelöscht werden muß. Häufig liegt er sogar völlig kostenlos vor der eigenen Haustür. Lehm besteht aus feinen Sanden (Schluff) und Ton. Je nach Region und Zusammensetzung variiert seine Farbe von gelb bis rot. Mit Sand und Wasser vermischt, wird Lehm zum vielseitigen Putz. Beimengungen mit Stroh oder Flachs, steigern die dämmende Eigenschaft und dienen gleichzeitig als risshemmende Armierung. In glatten Lehmoberputze werden meist Haare als Armierung verwendet. Um die Klebeeigenschaft von Lehm vollständig zu erreichen, muß Lehm gut und lange geknetet und gewalkt werden. Für den Außenbereich ist Lehmputz nur bedingt geeignet, da Lehm vom Regen aus- bzw. abgewaschen wird. Bei unserem Klima sollte ein weiter Dachüberstand oder Kalkputz, den Lehm schützen.
Lehm ist Feuchtigkeitsregulierend, wodurch ein angenehmes Raumklima gewährleistet ist. Zudem reguliert Lehm durch Wärmespeicherung, Temperaturen im Innenbereich. Ein weiteres Plus, als Naturprodukt muß Lehm nicht teuer entsorgt werden.

Mineralputze
sind Putze, mit anorganischen Bindemitteln oder/und Zuschlagstoffen
(z.B. Kalk, Zement, Gips, Lehm und Sand).
Organische Putze werden aus Kunstharzen hergestellt.

Rau- und Reibeputze
gehören zu den Edel- bzw. Oberputzen für den Innen- und Außenbereich. Sie haben meist eine gröbere Körnung, wodurch beim Abreiben mit Filz oder Reibebrett, unterschiedliche
Oberflächeneffekte und Strukturen entstehen.

Zementputze
sind überwiegend graufarbig. Eine Ausnahme ist der Weiß- bzw. Dyckerhoffzement. Rohstoffe wie Kalk, Ton und Sand werden bei ca. 1500 Grad gebrannt und fein zermahlen. Mit Zuschlagstoffen wie Calcium, Sand oder Feinsplitt wird aus dem grauen Zementpulver, Putz und Mauermörtel.