Wendepunkt
Institut für Energie
und Umwelttechnik

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Ziegel
wird grob in den luftgetrockneten Lehmziegel, den Dachziegel und den Mauerziegel bzw. Bachstein unterschieden.
 
Handgefertigte Volllehmziegel sind noch heute im afrikanisch arabischen Raum, weit verbreitet. Hierzu wird gewalkter Lehm von Hand in Holzrahmen gedrückt und zum trocknen auf den Boden in die Sonne gelegt. Nach der Trocknung werden die Ziegel, mit Lehmmörtel und Putz, häufig zu Häusern mit phantastischen Klimaeigenschaften, wie wir sie heute noch aus Marokko kennen verarbeitet.
Ebenfalls aus Volllehmziegel sind die Pueblos der Hopie- und Zuniindianer in Colorado, Arizona und New Mexiko. Diese sind zum Teil unter schützende Felsvorsprüngen aber auch in die flache Prärie gebaut. Die Pueblo-Wohnhäuser waren meist miteinander verbunden und konnten vom Dach aus betreten werden.
Moderne Lehmziegel bzw. Lehmsteine, sind meist von ihrer Form her von Mauerziegeln nicht zu unterscheiden. Die Lochung und die verschiedenen Größen sind überwiegend identisch. Lehm-Leicht-Steine sind mit Zuschlägen wie Fachs- bzw. Strohschäben (Häcksel) vermischt. Diese zeichnen sich durch eine verbesserte Wärmedämmung aus.
Grünlinge sind keine Lehmsteine sondern ungebrannte Tonziegel. Aufgrund des höheren Tongehaltes werden diese meist nicht zur Wandmauerung sondern als Trittschall in Zwischenboden verwendet. Da Wände aus Grünlingen, die Raumfeuchte anders als Lehmsteine speichern und abgeben, neigen diese zur Bauchbildung. 

Dachziel oder auch Dachpfannen, sind aus gebranntem Ton. Die Klassiker in der Denkmalpflege sind Biberschwanz und Doppelfalzziegel. Letztere werden meist auch als Scheunenziegel bezeichnet. Aus dem Mediterranenbereich sind die ineinandergelegten U-förmigen Ziegel, Nonne und Mönch bekannt. Eine Besonderheit der alten Ziegelmacher, war der sogenannte Feierabendziegel. Dieser letzte Stein des Tages wurde zum Teil aufwendig mit Mustern und Jahrezahl verziert, bevor er gebrannt wurde. Ziegel sind hervorragende Wärmespeicher, die bei guter Hinterlüftung, die Erwärmung des Dachgeschosses reduzieren. In den frühen Frühlings- und herbstlichen- meist kühlen Morgenstunden, kann man auf dem Lande auf südöstlichen Dächern, Schwalben und Spatzen sehen, die sich in der Morgensonne, an den Ziegeln wärmen.
Leider wird aus Kostengründen immer öfter auf Dachsteine aus Beton zurückgegriffen.

Mauerziegel sind überwiegend in Backsteine und Lochziegel zu unterteilen.
Backsteine können eine glänzende Klinkeroberfläche haben oder auch matt schimmern. Dies ist überwiegend vom Silikatgehalt des Tons abhängig. Die Rotfärbung ergibt sich durch eisenhaltigen Ton und die Gelbfärbung durch einen höheren Kalkgehalt. Das typische nordische Fachwerkhaus ist mit Backsteinen ausgemauert und unverputzt. Gerade in Norddeutschland hat Backstein und Klinker eine lange Tradition im Wohnhausbau. Backsteine werden überwiegend als Sichtmauerwerk verarbeitet. Im 20. Jahrhundert wurde gerade in der Industriearchitektur, der Backsteinexpressionismus besonders geschätzt, wodurch vielfältige und kunstvolle Klinkerfassaden entstanden.
Lochziegel oder Hohlziegel sind Mauerziegel mit wärmedämmender Eigenschaft. Die Oberfläche des Lochziegels ist mit Putzhalterillen versehen. Je nach Lochung kann die Dämmeigenschaft des Steins beeinflusst werden.
Mauerziegel können auch als Pflasterklinker eingesetzt werden. So eignet sich der Backstein als Laufweg und der Lochstein als mit Gras durchwachsener Rasenstein.

Ziegel eignet sich auch für Deckenkonstruktionen. Hierfür gibt es Formsteine, die man zwischen Trägern eingehängt und Fertigelemente, die mit einem Kran auf Position gehoben werden.